So gewinnen Sie Ihr virtuelles Publikum.
Einstieg – Warum virtuelle Präsentationen heute mehr Aufmerksamkeit verlangen
Kassy[Kässi] LaBorie, eine ausgewiesene Expertin für virtuelle Trainings- und Präsentationsformate, erläutert zu Beginn, wie sich mit der zunehmenden Digitalisierung das Spielfeld für Rednerinnen und Redner verändert hat. Nicht mehr allein die Live-Bühne zählt, sondern auch die Online-Rolle – ob Webinar, Hybrid-Event oder Live-Stream. In dieser Umgebung gilt: Technik allein reicht nicht. Es geht darum, Verbindung herzustellen, Einbindung zu ermöglichen und das Publikum aktiv mitzunehmen. LaBorie stellt klar: Jede Online-Präsentation wird dann wirksam, wenn sich der Fokus vom „Ich spreche und zeige Folien“ hin zum „Publikum erlebt mit und wirkt mit“ verschiebt.
Die Grundlagen der virtuellen Engagement-Strategie
Sie erläutert einige zentrale Prinzipien für erfolgreiche virtuelle Präsentationen: • Publikum im Mittelpunkt: Nicht nur Inhalte liefern, sondern Interaktion ermöglichen. Fragen stellen, Umfragen einbauen, Teilnehmende sichtbar machen. • Sichtbare Struktur & Klarheit: In virtuellen Formaten braucht es besonders klare Orientierung – die Agenda, die Rahmenbedingungen (z. B. wie man Fragen stellt), klare Übergänge. • Technik als Mittel, nicht als Selbstzweck: LaBorie warnt davor, sich in Tools zu verzetteln und dabei das Ziel – die Verbindung mit dem Publikum – aus den Augen zu verlieren. Viel wichtiger: Einfach starten, testen und nachjustieren. Diese Grundlagen bilden das Fundament – ohne sie lässt sich kaum echtes Engagement erzeugen.
Tools & Methoden – Welche Hilfsmittel helfen konkret?
Im Podcast nennt LaBorie verschiedene Tools und Methoden, mit denen Online-Präsentationen dynamischer gestaltet werden können – ohne dass Technik zum Selbstzweck wird. Einige davon: • Interaktive Tools wie z. B. Live-Chats, virtuelle Whiteboards oder Umfragen (sie verweist auf Anwendungen, die auch in ihren Trainings eingesetzt werden). • Visuelle und technische Aufwertung: Kamera- bzw. Bildausschnitt bewusst wählen, Hintergrundgestaltung beachten, Blickkontakt zur Kamera einüben – all das erzeugt Nähe. • Regelmässige Engagement-Impulse: LaBorie empfiehlt, alle 3–5 Minuten eine Aktivität einzubauen – z. B. Frage-Prompt, Breakout-Session, Chatreaktion –, damit die Aufmerksamkeit nicht absinkt. • Vorbereitung & Backup-Plan: Technische Störungen, Internetprobleme: Sie rät dazu, vorab alles zu testen, einen Plan B zu haben (z. B. Telefon-Fallback) und Teilnehmende zu Beginn klar zu orientieren. Diese Tools und Methoden sind nicht extravagant – vielmehr intelligent eingesetzt, können sie den Unterschied machen zwischen einem passiven Webinar und einem aktiv teilnehmenden Publikum.
Besondere Herausforderungen & Chancen virtueller Formate
LaBorie spricht auch darüber, was virtuelle Formate anders machen und worauf man als Speaker besonders achten muss: • Mangel an nonverbalen Rückmeldungen: Im Raum erkennt man sofort, wenn das Publikum abschaltet; online ist das schwieriger. Daher braucht es zusätzliche Signale – z. B. Live-Umfragen, Chatreaktionen, sichtbare Teilnehmende. • Ablenkungspotenzial: Zuhörer sind zuhause, am Rechner mit vielen Fenstern – die Aufmerksamkeit ist fragiler. Daher: Kürzere Abschnitte, klarere Struktur, sichtbare Ansprache direkt zur Kamera. • Globale Reichweite, aber unterschiedliche Technikausstattung: Manche Teilnehmende haben schwaches Internet, kleine Bildschirme – Präsentationen müssen darauf Rücksicht nehmen (z. B. grosse Schrift, simplere Grafiken). Auf der positiven Seite hebt sie hervor: Virtuelle Formate bieten enorme Chancen – z. B. grösserer Zugang, geringere Reisekosten, Flexibilität. Wenn man die Form bringt, kann man genauso – wenn nicht sogar wirkungsvoller – auftreten als in einem klassischen Präsenzraum.
Umsetzungstipps für Speaker – Ihr Fahrplan zur dynamischen Online-Präsentation
Zum Abschluss gibt LaBorie einen konkreten kleinen Fahrplan:
- Bestimmen Sie vorab Ihre drei bis fünf Engagement-Momente: Wann genau im Vortrag sollen Teilnehmende aktiv werden? (z. B. Einstieg, mittlerer Impuls, Abschluss)
- Gestalten Sie Ihre Folien und Ihren visuellen Rahmen nach dem „Weniger ist mehr“-Prinzip: Grosse Bildschirme, klarer Hintergrund, Beschränkung auf den Kerninhalt.
- Üben Sie den Blickkontakt und die Präsenz zur Kamera: Blick in die Linse, kurze Sätze, Variation in Stimme und Tempo – damit der Online-Auftritt lebendig bleibt.
- Testen Sie Ihre Technik inkl. Ton, Licht, Internetverbindung – am besten mit einem Testpublikum, das Feedback gibt.
- Planen Sie ein Interaktions-Backup: Falls technische Probleme auftreten, haben Sie eine analoge Alternative (z. B. Chat-Frage, Umfrage) bereit. Wenn Speaker diese Elemente berücksichtigen, stehen die Chancen gut, dass ihre virtuelle Präsentation nicht nur akzeptiert wird – sondern begeistert.
Frage an das Publikum
„Welche eine Interaktion würden Sie in Ihrer nächsten Online-Präsentation einbauen – und welches Tool benötigen Sie dafür heute noch, um sie umzusetzen?“ Mehr Infos zu Bruno Erni auf https://www.brunoerni.comund Thomas Skipwith auf https://www.thomas-skipwith.com. Die gesprochene Version des gesamten Interviews mit persönlichen und nützlichen Hinweisen der Interviewpartner finden Sie auf https://thomas-skipwith.com/podcasts/. Eine gute Adresse für Tipps und Tricks zu Präsentationen und Pitches: www.52redetipps.ch
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