Ist weniger auch mehr bei Online-Präsentationen?
Einstieg – Der Kontext: Mehr Wirkung mit wenig Technik
Jason LeVasseur, CSP, spricht in dieser Episode über die Kunst, auch in Zeiten hoher Technik-Erwartungen mit einfachen Mittelngrosse Wirkung zu erzielen. Der Anlass ist das Online-Format der Konferenz Activate Conference – und damit ein Appell: Statt sich in komplexen Tools zu verlieren, lohnt es sich, auf menschliche Verbindung und klare, einfache Formate zu setzen.
Fokus auf menschliche Verbindung – Geschichten statt Folien
Ein zentraler Punkt ist, dass Inhalte stärker durch Erzählung und Bezug zum Publikum wirken als überladene technische Präsentationen. LeVasseur betont, dass Slides und Tools nicht der Kern sind. Vielmehr zählt: • Eine Geschichte, die Relevanz erzeugt. • Eine Einladung zur Teilnahme – nicht nur passives Konsumieren. • Sichtbare menschliche Aspekte: Stimme, Ausdruck, Fragen Seine Devise: „Low Tech, High Engagement“ – also möglichst wenige technische Barrieren, dafür maximale Verbindung zum Publikum.
Praxistipps: Einfach umsetzbare Strategien
Jason gibt mehrere konkrete Tipps, wie Speakerinnen und Speaker ihre Online- oder Hybrid-Vorträge mit einfachen Mitteln aufladen können: • Requisiten nutzen: Ein physisches Objekt im Bild erzeugt Aufmerksamkeit und kann als Metapher dienen. • Publikumsinteraktion ohne viele Tools: Einfach Fragen stellen, Umfragen via Chat, kleine Aktionen ins Publikum richten. Kein aufwändiges Tool-Setup notwendig. • Authentizität zeigen: Nicht perfekt schummeln. Zeige deine Person, deine Umgebung – das schafft Nähe. • Geschichten mit Externem verbinden: Nicht nur eigene Erfahrung – auch Beispiele von aussen einbringen, damit Zuhörer sich verorten können. • Vorbereitung auf Technikstress: Auch wenn Technik minimal ist – teste dein Setup, sei bereit für Ausfälle, plane Alternativen.
Diese Strategien sind bewusst „lowtech“, also keine komplexen Plattformen oder Spezialsoftware. Ziel: Fokus auf Publikum statt auf Technik.
Warum dieser Ansatz gerade heute zählt
LeVasseur argumentiert, dass wir in einer Zeit leben, in der Technik erwartet wird – aber oft nicht optimal eingesetzt wird. Wenn Technik scheitert oder überfrachtet ist, verliert das Publikum eher das Interesse. Stattdessen bringt ein klarer, menschlicher Ansatz Vorteile: • Mehr Ruhe im Vortrag, weil weniger Technik-Stress. • Höhere Transparenz und Verbindung: Das Publikum sieht den Menschen, nicht nur die Maschinerie. • Bessere Erinnerung: Wenn eine Interaktion oder eine Geschichte bleibt – nicht eine animierte Folienflut.
Damit stellt LeVasseur heraus: Es geht nicht darum, möglichst viele Tools zu haben, sondern die richtigen einfach zu nutzen – und das Publikum ins Zentrum zu rücken.
Anwendung im Konferenz-Setting
Im Kontext einer Konferenz wie „Activate“ gelten weitere Besonderheiten: • Viele Teilnehmende sind remote verbunden – daher gilt: Blickkontakt zur Kamera, klare Ansprache und Orientierung. • Die Zeitfenster sind oft kürzer – deshalb: Weniger Inhalte, klarere Botschaft. • Unterschiedliche Bandbreite bei Teilnehmenden – niedriger technischer Anspruch erleichtert den Zugang.
LeVasseur empfiehlt, im Vorfeld mit dem Technikteam die minimalen Anforderungen zu klären (z. B. Webcam, Mikrofon, Chatfunktion) und dafür die Inhalte auf maximale Wirkung hin zu kürzen.
Frage an das Publikum
Zum Schluss fordert Jason LeVasseur die Zuhörerinnen und Zuhörer auf mit folgender Frage: „Welche eine Interaktion würden Sie heute in Ihrer nächsten Präsentation einbauen – ganz ohne neue Technik –, um Ihr Publikum aktiver einzubinden?“
Mehr Infos zu Bruno Erni auf https://www.brunoerni.comund Thomas Skipwith auf https://www.thomas-skipwith.com. Die gesprochene Version des gesamten Interviews mit persönlichen und nützlichen Hinweisen der Interviewpartner finden Sie auf https://thomas-skipwith.com/podcasts/. Eine gute Adresse für Tipps und Tricks zu Präsentationen und Pitches: www.52redetipps.ch
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