Die Geheimnisse packender Präsentationsfolien
Einstieg – Vom Technologen zum Redner
Trevor Perry, ursprünglich mit technischem Hintergrund, spricht darüber, wie er die Brücke geschlagen hat vom Entwickler/Technologen hin zum professionellen Speaker. Er erklärt, dass sein technisches Verständnis ihm geholfen hat, visuelle Kommunikation und Präsentationsformate zu verstehen – aber dass das Sprechen vor Publikum andere Voraussetzungen stellt: nicht nur die Fakten zu kennen, sondern sie so zu vermitteln, dass sie beim Publikum hängen bleiben. In diesem Umfeld stellt er den Fokus auf die Slide Decks (Präsentationsfolien) – und zeigt auf, warum sie oft mehr stören als helfen, wenn sie nicht gut gestaltet sind.
Warum Folien keine Bühne sind – Folien als Werkzeug
Ein zentraler Punkt: Folien sind nicht die Präsentation – sie sind Werkzeuge, um die Präsentation zu unterstützen. Trevor weist darauf hin, dass viele Redner denken: „Ich zeige meine Folien, dann passiert die Wirkung“ – aber in Wirklichkeit: Die Folien dürfen nicht von der Botschaft ablenken.
Er nennt typische Fehler:
- Zu viele Texte auf einer Folie („Text-Wüste“)
- Inkonsistente Gestaltung (z. B. wechselnde Schriftarten, Farben)
- Übertriebene Animationen und Übergänge, die vom eigentlichen Inhalt wegführen Diese Fehler machen die Folien zur Konkurrenz zur Rede – statt zur Unterstützung.
Die drei Leitprinzipien für exzellente Folien
Trevor formuliert drei zentrale Prinzipien, an denen sich jede gute Präsentation orientieren sollte: Klarheit – Jede Folie muss eine klare Leitidee haben. Wenn ein Zuhörer nach wenigen Sekunden nicht versteht, worum es geht, ist die Wirkung verfehlt. Konsistenz – Visueller Aufbau, Schrift, Farben, Bild-Schriften-Verhältnis: alles sollte einheitlich sein, damit das Gehirn sich nicht mit Design-Chaos beschäftigt, sondern mit der Botschaft. Reduktion auf das Wesentliche – Weniger ist mehr. Jede Folie sollte nur so viel beinhalten, wie nötig ist, um den Punkt zu vermitteln. Unnötige Elemente stören. Trevor betont, dass diese Prinzipien nicht nur „nice tohave“ sind – sie erhöhen Messwerte der Aufnahme beim Publikum: Aufmerksamkeit, Verständnis, Erinnerung.
Technik trifft Bühne – Nutzung digitaler Tools mit Bedacht
Aus seinem Hintergrund als Technologe kennt Trevor verschiedene Tools und Effekte – aber er rät zur Zurückhaltung: Nur weil etwas technisch möglich ist, heisst das nicht, dass es sinnvoll ist. Er spricht darüber: Animationen: Sie können Aufmerksamkeit erzeugen, aber wenn sie übertrieben sind, ziehen sie vom Inhalt ab. Präsentationsprogramme: Manche Features sind spassig, aber bringen keinen Mehrwert im Sinne der Verständlichkeit. Online-Präsentationen (z. B. Zoom, Teams): Hier ist zusätzliche Vorsicht geboten, da eine digitale Präsentation anders wahrgenommen wird – Bildschirmfarben, Remote-Publikum, Konzentrationsverlust. Sein Rat: Testen Sie Folien im Live-Setting, mit realem Publikum oder zumindest einem Probe-Publikum – und achten Sie auf, was funktioniert: Welche Folien lösen Rückfragen aus? Welche bringen Aha-Momente?
Wirkung über Design hinaus – wie Folien zur Marke und zum Geschäft beitragen
Ein weiterer Aspekt von Trevor: Folien sind nicht nur Mittel zur Vermittlung, sondern auch Teil der Marken- und Geschäftsstrategie eines Speakers. Wenn dein Slide-Deck professionell wirkt, reflektiert es deine Marke: Deine Expertise, deinen Stil, deine Qualität. Er spricht darüber, wie man durch gute Folien „Differenzierung“ erreicht: In einem Meer von Standard-PowerPoint-Vorträgen fällt heraus, wer sauber, klar und visuell überzeugend präsentiert. Das hilft, Aufträge zu bekommen – und Wiederbuchungen zu sichern. Zudem erwähnt er: Wenn du Folien hast, die leicht wiederverwendbar sind, kannst du sie als Content-Asset nutzen – für Social-Media-Clips, für Lead-Magneten, als Teil deiner Speaker-Website.
Konkrete Tipps zur Umsetzung
Trevor gibt einige sehr konkrete Hinweise: Starte mit der Story: Erarbeite zuerst, was du erzählen willst – dann überlege, ob überhaupt eine Folie nötig ist. Manche Momente brauchen keine Folie, sondern nur dich und deine Stimme. Verwende hochwertige Bilder – aber sinnvoll eingesetzt (z. B. ein grossflächiges Bild mit einem einzigen prägnanten Satz statt zehn Sätzen). Halte die Schriftgrössengross genug, damit auch Zuhörer im hinteren Teil des Saals noch lesen können. Vermeide Standard-Aufzählungslisten: Aufzählungszeichen haben selten Wirkung, ausser sie sind visuell clever umgesetzt. Teste deinen Foliensatz: Zeige ihn jemandem, der nicht mit dem Thema vertraut ist – und frage: „Was war dein Eindruck nach 30 Sekunden?“ Wenn unklar, zurück ans Layout. Erstelle eine Master-Folien-Vorlage: Damit stellst du sicher, dass Design und Format über alle Folien hinweg einheitlich sind.
Frage an das Publikum
Zum Abschluss fordert Trevor Perry das Publikum auf mit folgender Frage: „Wenn du deine nächste Präsentation hältst – welche eine Folie würdest du heute verändern, um sie klarer, konsistenter oder reduzierter zu machen?“
Mehr Infos zu Bruno Erni auf https://www.brunoerni.comund Thomas Skipwith auf https://www.thomas-skipwith.com. Die gesprochene Version des gesamten Interviews mit persönlichen und nützlichen Hinweisen der Interviewpartner finden Sie auf https://thomas-skipwith.com/podcasts/. Eine gute Adresse für Tipps und Tricks zu Präsentationen und Pitches: www.52redetipps.ch
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